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Sanierung einer Lüftungsanlage für ein GroßraumbüroProblemstellung: Überarbeitung der Lüftungsanlage für ein Großraumbüro, 900 m², Die Luft in der vorhandenen Anlage wird über Schlitzauslässe in die Kundenhalle eingebracht und über entsprechende Schlitzauslässe wieder abgesaugt. Eine Messung ergebt, dass die ursprünglich mit 14.500 m³/h ausgelegte Lüftungsanlage lediglich 5.000 m³/h Luft umwälzt. Der Unterzeichner vermutet, dass bereits mit der Fertigstellung der Lüftungsanlage 1975 erhebliche Schwierigkeiten mit der Luftführung im Raum und mit der Geräuschentwicklung durch die verlegten Luftkanäle auftauchten. Daher ist die Luftmenge seinerzeit entsprechend gedrosselt worden, um die oben genannten Beschwerden auszuschalten. D.h., dass seinerzeit der Bauherr zwar eine Lüftungsanlage für 14.500 m³/h gekauft und bezahlt hat, letztendlich die Lüftungsanlage aber nur mit einer Luftleistung von 5.000 m³/h betrieben worden ist, eine erhebliche Investition also bei richtiger Auslegung der Lüftungsanlage hätte eingespart werden können. Die bauliche Situation ( enge Lüftungszentrale, beengter Platzbedarf für die Zu- und Abluftführung in den Raum ) hätte eine Luftleistung von 14.500 m³/h zwar rechnerisch, in der Praxis aber nie zugelassen. Problemlösung: Die rechnerische Überprüfung der Gesamtsituation ergibt, dass 2.800 m³/h ausreichen, um die Beschäftigten mit ausreichender Außenluftrate zu versorgen. Die Forderung, die Raumluft zu kühlen, ergibt eine Kühlleistung von 70 kW. Bei Erbringung dieser Kühlleistung mit einer Lüftungsanlage bedeutet dies eine Luftmenge von ca. 19.500 m³/h. Wir erinnern uns, dass für den hygienischen Luftwechsel lediglich 2.800 m³/h erforderlich sind. Eine Lüftungsanlage dieser Leistung einschl. der notwendigen Kanäle ist in dem Gebäudebestand nicht unterzubringen. Unter Berücksichtigung der baulichen Gegebenheiten ( enge Lüftungszentrale, enge Querschnitte für neue Luftkanäle ) und der Wiederverwendung der vorhandenen Metall-Kassettendecken wurde eine neue Lüftungsanlage mit einer Luftleistung von 6.000 m³/h gewählt ( Luftwechsel =2fach ). Damit lässt sich eine Kühlleistung von 21,6 kW realisieren. Die restliche Kälteenergie wird über ein Kaltwassersystem, integriert in die vorhandenen Metalldecken, eingebracht. Die Nutzererwartung an die neue Klimaanlage auf Grund schlechter Erfahrung mit der "alten" Technik war extrem hoch, alle Planungsschritte zur Lösung des Problems wurden kritisch begleitet. Die Betriebserfahrung in den zurückliegenden warmen Jahreszeiten mit extrem heißen Tagen und schnell wechselnden Außentemperaturen ( morgens noch Heizbetrieb, gegen Mittag Kühlbetrieb ) sind ausgezeichnet, die Nutzerzufriedenheit und Akzeptanz für ein Großraumbüro mit Klimaanlage überdurchschnittlich. Die Erwartungshaltung der Mitarbeiter ist erfüllt! Die Regelung nutzt zunächst kühlere Außentemperaturen zur Raumkühlung. Da die Lüftungsanlage für den notwendigen Luftwechsel laufen muß, wird dann bei weiterem Kühlbedarf zunächst die Kühlung über die Lüftung aktiviert. Bei weiter ansteigender Kühllast wird dann die Deckenkühlung entsprechend den geforderten Raumwerten dazugeschaltet. Die Gesamtinvestition für diese Maßnahme (kleine Lüftungsanlage plus "stille Kühlung" über Wasserkreislauf) betrug ca. 123.000 Eur. Die Investitionskosten für eine reine Lüftungsanlage in der erforderlichen Kapazität von 20.000 m³/h hätten ca. 380.000 Eur betragen, zuzüglich des erforderlichen baulichen Platzbedarfes für die Lüftungszentrale und für die Lüftungskanäle. Darüber hinaus spart diese Technik ca. 50 % der für den Betrieb der Lüftungsanlage erforderlichen Energiekosten. Resümee:
Oldenburg, Januar 2007 |